Neues aus der Schülerzeitung: Wie meine Eltern kommunizierten

Lieber Leser, liebe Leserin des Blogs „Schüler schreiben für Schüler“,

vor kurzem bekamen wir im Unterricht die Aufgabe, unsere Eltern über ihre Kommunikationsmöglichkeiten in der Jugend zu interviewen. Dabei habe ich Interessantes erfahren, das sich sehr von unseren Kommunikationsgewohnheiten heute unterscheidet:

Wählscheibentelefon und hohe Rechnungen

Meine Eltern sind Ende der Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre geboren und wuchsen weitgehend komplett ohne Handy und Computer auf. „Das einzige Highlight neben unserem Schwarz-Weiß-Fernseher war damals unser Wählscheibentelefon, welches seinen Platz immer in unserem Wohnungsflur hatte“, erzählte mir meine Mutter nachdenklich, denn seitdem entwickelte sich die Technik rasant fort, innerhalb nur weniger Jahre. Kostengünstig war das Telefonieren zu dieser Zeit allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Meine Oma fiel oft aus allen Wolken, als sie die Rechnung zu Gesicht bekam, da diese oft bis zu 30 DM kosten konnte, was früher für meine Familie eine Menge Geld war.

Festnetztelefon mit Nummerntasten

Ein weiteres Modell mit Wählscheibe – könnt ihr euch vorstellen, so zu telefonieren?

Als man sich noch Tage im Voraus verabredete

„Neue Themen erfuhr man außerdem meist nur durch teure Magazine aus dem Supermarkt“, fügte meine Mama anschließend hinzu. Sobald man Neuigkeiten über Prominente wissen und Haushalts- oder Alltagstipps kennenlernen wollte, kaufte man sich schließlich eine solche Zeitung, weil verständlicherweise noch kein Internet vorhanden war. Ebenfalls wurden informative Bücher und Brettspiele bevorzugt, um sich die Zeit zu vertreiben. Jedoch stand an aller erster Stelle das Verabreden mit Freunden und Bekannten. Kurzfristig klingelte man bei der Freundin oder plante bis ins kleinste Detail genau wo, wie und wann man sich traf, wofür man die Schulpausen nutzte, da längeres Telefonieren, wie erwähnt, nicht zu bezahlen war.

Der Einfluss des Internets 

Nachdem ich meine Mama abschließend gefragt hatte, wie sie zur Distanz des Internets steht, antwortete sie mir unentschlossen: „Alles hat seine Vor- und Nachteile.“ Das Leben könnte, laut ihrer Einschätzung, in vielen Situationen sozialer und persönlicher sein, so wie in den alten Zeiten, aber immerhin vereinfacht das Internet schon Vieles und man findet immer eine passende Antwort auf jede Frage. Abschließend meinten meine Eltern noch, dass das Miteinander gestärkt werden könnte, wenn jeder nur noch gelegentlich im Internet surfen würde. Denn weder Post noch Chat können die persönliche Kommunikation ersetzen.

Melina Seidel, Klasse 7a