Gemeinsam innovativ

„Schön, dass Sie bei uns sind!“ – Mit diesen Worten begrüßte OStDin Tabea-Stephanie Amtmann am vergangenen Dienstagnachmittag das Expertenteam der MB-Dienststelle, das sich aus den beiden Schulentwicklungsmoderatoren StR David Friedrich (Gymnasium Münchberg), StD Markus Dummler (OHG Marktredwitz) und dem medienpädagogischen Berater StD Roman Eberth zusammensetzt.

Ihren Aufgabenbereich beschreibt Eberth so: „Wir besuchen die zwölf Schulen, die in Oberfranken seit Beginn des Schuljahres 2022/23 am Projekt Digitale Schule der Zukunft teilnehmen, beraten sie, geben Hilfestellung und leiten Informationen sowie Wünsche ans Ministerium weiter.“

Gemeinsam mit den Mitgliedern des Medienteams am WGG, in dem elf Lehrkräfte mitwirken, sollte an diesem Tag herausgearbeitet werden, wie das Pilotprojekt an unserer Schule konkret angelaufen ist, welche Teilziele man sich gesteckt hat, wo Probleme zu sehen sind und wie sie behoben werden können.

Was bisher geschah – die Genese des digitalen Schulversuchs und die nächsten Teilziele

Zunächst stellte die Schulleiterin die Genese mit den wichtigsten Stationen vor:

  • Phase der Antragstellung und Anschaffung, Einrichten des Steuerungssystems Jamf auf den Geräten
  • Gestaltung eines ersten Elternabends mit konkreten Unterrichtsbeispielen
  • Absolvieren des IPad-Führerscheins in den beteiligten Klassen 6 und 7
  • Fortbildungen im Kollegium
  • Zweiter Elternabend am Dienstag, 31.1.2023

Um die Arbeit zu optimieren, wurde das Medienteam des WGG neu aufgestellt: Die Leitung liegt nun bei StRin Anke Saalfrank sowie OStRin Stefanie Spangler; zudem werden die Aufgabenbereiche – technische Fragen und Ausstattung, Evaluation, Fortbildungen, Elternarbeit, Medienpädagogik, Öffentlichkeitsarbeit –  klar verteilt.

Wo hakt es noch?

Einig sind sich die Kolleginnen und Kollegen bei ihren Fallbeispielen aus dem Unterricht, dass der Zeitaufwand beim Unterrichten mit dem Tablet momentan deutlich höher als bei analogen Unterrichtsformen ist. Die Lernenden freuen sich hingegen über mehr Abwechslung und die vielen Möglichkeiten, die die Geräte bieten.

Die SechstklässlerInnen sind sich einig: „Der Unterricht mit dem Tablet macht mehr Spaß, weil es interssanter ist.“

Roman Eberth berichtet an dieser Stelle aus seiner bereits zwanzigjährigen Erfahrung mit digitalen Endgeräten und beruhigt: „Das ist ganz normal, dass es am Anfang doppelt so lange dauert. Zeit zu opfern, gehört dazu.“ Er weist aber auch auf die Kompetenzen hin, die die Kinder mitnehmen, und betont: „Teilweise sind die Ergebnisse der Lernprodukte deutlich besser.“

Im Geschichtsunterricht der Klasse 6a wird konzentriert am Thema Tutanchamun gearbeitet.

In diesem Zusammenhang wird auch die Überlegung, in welchen Fächern leichter Freiräume genutzt werden können, angesprochen. „Warum nicht in Musik in der 6. Klasse einführen, wie man einen Podcast herstellt, sodass in Französisch in der darauffolgenden Jahrgangsstufe auf diese Kompetenz zurückgegriffen werden kann?“, schlägt OStR Florian Niedrig vor.

„Hilfe, mein Stift funktioniert nicht.“

StRin Stephi Ulrich, die in mehreren Tablet-Klassen eingesetzt ist, betreut ihre Schützlinge intensiv.

„Und ich kann mich nicht anmelden.“ – Was tun mit Schülerinnen und Schülern, die am Beginn der Stunde mit technischen Fragen und Problemen auf die Lehrkraft zustürmen? Wichtig sei es hier, Unterstützungsstrukturen aufzubauen, so David Friedrich, beispielsweise durch ein technisches Tutorensystem. Und so wird der am WGG bereits angedachte Plan, neben dem Sanitätsdienst auch einen „PC-Support“, in dem ein geschultes Team aus Schülerinnen und Schülern den anderen hilft und als Ansprechpartner zur Seite steht, wohl sehr bald in die Praxis umgesetzt werden.

Das Recht am Bild

Eine von allen Lernenden und ihren Eltern unterzeichnete Nutzungsvereinbarung ist zwar vorhanden, halten sich aber auch alle daran? Dass die Kinder für den Umgang mit den digitalen Endgeräten noch stärker sensibilisiert werden müssen, steht außer Frage. In Kooperation mit der Beratungslehrkraft am WGG, StDin Bettina Lohse,  wird in den 6. und 7. Klassen das bereits im vergangenen Schuljahr begonnene Projekt „Gemeinsam Klasse sein!“ fortgeführt. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Aspekt „Cybermobbing“. In diesem Zusammenhang weist die Schulleiterin darauf hin, dass auch das P-Seminar „Netzgänger“ dauerhaft implementiert werden soll.

Es darf ausprobiert werden!

Abschließend betont Eberth nochmals den Pilotcharakter des Projekts: Ob die Hefte analog oder digital geführt werden, ob die Regelung für alle Klassen verbindlich geschehen soll oder individuell geregelt ist, all dies darf ausprobiert werden!

OStRin Silke Sachs