60 Jahre deutsch-französische Freundschaft – das Nachbarland mit allen Sinnen erfahren

Am 22. Januar jährte sich die Unterzeichnung des Elysée-Vertrages zum 60. Mal. Grund genug also, dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Am Walter-Gropius-Gymnasium organisierte man eine Französische Woche mit verschiedensten Aktionen.

Eine kleine Ausstellung gab einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen, im Pausenverkauf wurde das Angebot durch leckere Croissants ergänzt – und natürlich durften auch selbstgebackene Crêpes nicht fehlen. Schülerinnen aus der Q11 stellten sie nach original französischem Rezept her. Einen Tag lang duftete also es also verführerisch im Atrium. „Sehr fein!“, so lautete das Urteil der jungen Kundinnen und Kunden beim Genießen der mit Schokoladensauce verzierten Pfannkuchen.

Die Vorbereitungen für den Crêpes-Verkauf sind in vollem Gang
Eine lange Schlange, aber gute Stimmung!

Eintauchen ins Sprachbad

In die französische Sprache eintauchen, ihren besonderen Klang genießen – das machte Madame Geslin, gebürtige Französin aus der Normandie und seit langem Wahl-Selberin – möglich. Ihrem Publikum aus der achten und zehnten Klasse las sie verschiedene Passagen aus dem „Petit Prince“, dem „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry vor. Über dessen Quintessenz – man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar – diskutierten die Schülerinnen und Schüler anschließend. Und stellten dabei fest, dass sich das Zitat gut auf die deutsch-französischen Beziehungen übertragen lässt, die lange Zeit von Klischees und Schubladendenken beeinflusst waren.

Mme Geslin zu Besuch in der Bücherei des WGG

Künstlerische Auseinandersetzung mit dem europäischen Nachbarland

Auch im Kunstunterricht beschäftigten sich die Klassen 8 und 9 mit dem Thema der Aktionswoche. „Was verbindet ihr mit Frankreich? Welche Symbole stehen stellvertretend für unser Nachbarland?“ Die Antworten auf diese Impulse wurden künstlerisch umgesetzt. Neben Persönlichkeiten wie Carla Bruni, dem Präsidenten Macron und Köstlichkeiten wie Macarons wählten die jungen Künstler dabei natürlich auch den Eiffelturm als Motiv.

Eiffelturm in Blau
…. und im Regen

Galettes des rois

Groß war die Aufregung dann am Donnerstag. „Heute backen wir!“, jubelten die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler. Die beiden Französischlehrkräfte Anja Storch und Silke Sachs hatten eine Überraschung für die Kinder, die seit September Französisch lernen, vorbereitet. Am 6. Januar wird in Frankreich traditionsgemäß ein Dreikönigskuchen („Galettes des rois“) hergestellt. Die Besonderheit: Eine kleine Porzellanfigur wird mitgebacken. Wer den Gegenstand in seinem Kuchenstück findet, darf eine Pappkrone aufsetzen und wird zum König oder zur Königin des Tages gekürt. Mit etwas Verspätung wurden in der Schulküche also die Zutaten – Butter, Mehl, Zucker, Eier – zu einem Teig angerührt, der mit Zitrone verfeinert und auf ein Stück Blätterteig verteilt wurde.

Die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete: Aufmerksam wird das Rezept studiert.

Jetzt galt es nur noch zu warten, bis der Kuchen goldgelb gebräunt aus dem Ofen genommen werden konnte. Das feierliche Aufsetzen der Krone bildete den würdevollen Abschluss einer besonderen Schulwoche.

Fertig!
So freuen sich Königinnen!


OStRin Silke Sachs, Fachschaft Französisch