Filmvorführung „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ im Cineplanet Marktredwitz

Am 12. November 2025 besuchte die 10. Jahrgangsstufe des Walter-Gropius-Gymnasiums
Selb das Cineplanet Marktredwitz, um den mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm „Erinnerungen
einer vergessenen Kindheit“ des Regisseurs Lars Smekal zu sehen. Organisiert wurde die Veranstaltung
vom Sozialpädagogischen Dienst des Landratsamts Wunsiedel, vertreten durch Sozialpädagogin
Sandra Heß.

Der Film erzählt aus der Sicht des elfjährigen Niklas, wie er in einer Familie mit alkoholkranker
Mutter und spielsüchtigem Vater aufwächst. Smekal, der eigene Kindheitserfahrungen einfließen
lässt, zeigt die Belastungen eines Kindes, das zwischen Verantwortung, Loyalität und eigenen
Grenzen navigiert. Der Film feierte seine Weltpremiere beim San Diego International
Kids Film Festival und wurde dort mit dem Best Drama Shortfilm Award ausgezeichnet. Der
Kinosaal war voll besetzt, und die Schülerinnen und Schüler folgten aufmerksam der Vorführung.
Ein zusätzlicher Fakt, der die Bedeutung des Themas unterstreicht: Studien zeigen, dass
über drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland – vermutlich deutlich mehr –
mindestens einen suchtkranken Elternteil haben.

Austausch mit Expertinnen und Experten

Im Anschluss stand eine Expertenrunde den Jugendlichen Rede und Antwort. Mit dabei waren:

  • Stefanie Vollert, Kriminalpolizei Hof
  • Stefan Hechtfischer, Suchtberatungsstelle der Diakonie Hochfranken
  • Lars Smekal, Regisseur
  • Sabine Kormann-Frotscher und Pia Schulz, psychologische Erziehungsberatungsstelle
    des Diakonischen Werks Selb-Wunsiedel
  • Günter Strobel, Leiter der Suchtberatung Blaues Kreuz Hof, selbst Betroffener

Die Fragen der Schülerinnen und Schüler reichten von persönlichen Aspekten („Wie hält ein
Kind so eine Situation aus?“) bis zu fachlichen Themen wie Ausstiegswegen oder der Rolle
der Schweigepflicht. Die Antworten zeigten konkrete Hilfsmöglichkeiten auf – von der Bedeutung
stabiler Beziehungen und kreativer Ausdrucksformen bis zur Notwendigkeit, belastende
Situationen offen anzusprechen und professionelle Unterstützung einzubeziehen.
Zum Abschluss gab die Runde den Jugendlichen einen klaren Appell mit:
„Achtet aufeinander. Oft seid ihr als Freundinnen und Freunde die Ersten, die merken,
wenn jemand Hilfe braucht.“

Hilfe und Anlaufstellen

Alle Beratungsstellen arbeiten vertraulich. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die von Sucht in der Familie betroffen sind oder
selbst Unterstützung benötigen, können sich an folgende Stellen wenden:

  • Suchtberatung Diakonie Hochfranken
    Tel.: 09231 / 63434 oder 09287 / 3311
    Mail: suchtberatung@diakonie-hochfranken.de
  • Psychologische Erziehungsberatungsstelle der Diakonie Selb-Wunsiedel
    Tel.: 09287 / 2770
    Mail: beratungsstelle.selb@diakonie-wun.de
  • Suchtberatung Blaues Kreuz Hof
    Tel.: 09251 / 8505111
    Mail: info@blaues-kreuz-hof.de