Äußerst amüsanter und informativer Streifzug durch die Chemie des Riechens  

Wie riecht Rhabarber? Wer unterscheidet bei der Blindverkostung Eis aus echter Vanille von dem, das nur mit dem Aromastoff Vanillin hergestellt wurde? Und wie kommt es überhaupt, dass wir riechen können, uns eine Ratte diesbezüglich aber so weit überlegen ist, dass sie sogar zur Minensuche via Nase eingesetzt werden kann?

Solche und viele weitere Themen behandelte Prof. Dr. Thomas Röder, Lehrstuhlinhaber an der Hochschule Merseburg in seinem Vortrag „Die Chemie des Riechens“ und bot einen gleichermaßen kurzweiligen wie hochinteressanten Streifzug durch die Welt der Düfte und Gerüche. Röder, der 1986 am Gymnasium Selb Abitur gemacht hatte, lud in seiner Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Alumni des WGG – früher Schüler, heute Experten“ auch zu vielen praktischen Erfahrungen ein, ließ an Fläschchen mit Aromen, aber auch an Parfums riechen, testete die Teilnehmer, ob sie – wie viele – geruchsblind für den Stoff Androstenon („Ebergeruch“) sind und ließ sie wiederholt Gerüche raten. Dabei ging er vom genetisch bedingt jeweils individuell ausgeprägten Geruchssinn jedes Menschen über die wissenschaftliche Einteilung von Duftstoffen in Nuancen bis hin zur Komposition teurer Markenparfums aus billigsten Grundstoffen vielerlei Phänomenen auf den Grund, die uns im Alltag ständig begegnen.

Das Publikum folgte dem Vortrag voller Begeisterung, was neben der packenden, mit vielen Informationen gespickten Darbietung eines spannenden Themas auch an der äußerst humorvollen Präsentationsweise lag. Übrigens: Rhabarber riecht zwar nur schwach, für manche gar kaum wahrnehmbar; sein Aroma ist aber das i-Tüpfelchen eines gleichnamigen Parfums. Na, dann …

Dr. Christine Wlasak-Feik