Nach der Premiere einer MINT-Fahrt, also einer Studienfahrt mit explizit naturwissenschaftlichem Fokus, im vergangenen Schuljahr, machten sich auch in diesem Jahr die Elftklässler auf nach Mannheim!
Schon auf der Fahrt dorthin befand sich unser erster Programmpunkt, das Technikmuseum Sinsheim, das schon von der Autobahn aus unübersehbar ist an den Originalflugzeugen, die auf einem ausgedehnten Außengelände nicht nur ausgestellt, sondern auch begehbar gemacht wurden. Besonders spektakulär: Eine ausrangierte Concorde und ihr russisches Gegenstück, eine Tupolew Tu-144 – die beiden bisher einzigen Überschall-Passagierflugzeuge der Welt. Auch für Autofans (und vielleicht auch Filmfans, ist hier doch ein DeLorean DMC-12, bekannt aus Zurück in die Zukunft, zu bestaunen) und an Militärtechnik Interessierte hat Sinsheim eine Unzahl an Ausstellungsstücken zu bieten, die in Kleingruppen je nach Präferenz besichtigt wurden.
In der Jugendherberge (ideal direkt an der Rheinpromenade und in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt gelegen) angekommen und verpflegt, war noch Gelegenheit zu einem ersten Erkunden der Stadt auf eigene Faust.
Am nächsten Tag teilten sich die Schüler und Schülerinnen in zwei Gruppen auf; eine davon besuchte das Technoseum Mannheim, die andere das BASF-Werk in Ludwigshafen, am Vormittag des Abreisetages dann umgekehrt.
Das Technoseum (immerhin eines der größten Technikmuseen in Deutschland!) bot unseren Schülern und Schülerinnen wiederum zwei Alternativen. Eine Gruppe entschied sich für einen Workshop zur Energieversorgung der Zukunft. Dabei musste ein Versorgungsplan für ein Dorf am Tag der Übertragung eines Fußballweltmeisterschaftsspieles erstellt werden, an dem besonders konzentrierte Spitzen des Energieverbrauchs vorliegen. Und das nur mit regenerativen Energien! Was wenn zum Spitzenverbrauch in der Halbzeitpause kein Wind weht, und keine Sonne scheint? In einer Art Escape-Game erarbeiteten die Schüler Lösungen, die ihnen erst das Erreichen des nächsten Levels und schließlich das gemeinsame Öffnen der ‚Belohnungstruhe‘ ermöglichten. Die zweite Gruppe erlebte währenddessen eine sachkundige und spannende Führung zum Thema Bionik. Alle Schüler und Schülerinnen hatten im Anschluss Gelegenheit, weitere Glanzpunkte der Ausstellung (wie die Windkammer oder das ‚Brain Ball‘-Spiel) selbständig zu erkunden und auszuprobieren.
Das BASF-Werk beeindruckte nicht nur mit seiner schieren Größe (39.000 Mitarbeitende auf einer Fläche von 10 km², eigenes Krankenhaus, vier Betriebsfeuerwehren, eigener Güter- und vier Personenbahnhöfe, Busnetz und eigener Hafen), sondern auch mit der Vielfalt der Anlagen und Produkte, die hier hergestellt werden. Die wenigsten Menschen kennen Produkte des größten Chemiekonzerns der Welt, aber wir alle haben bereits diese Produkte in Händen gehalten – unter den über 40.000 verschiedenen Substanzen befinden sich Zusätze für Spül- und Waschmittel nahezu aller namhaften Hersteller, Farbstoffe für unsere Kleidung, Düngemittel für unsere Felder und Grundstoffe für alle Arten von Kunststoffen des täglichen Gebrauchs. Im Besucherzentrum der BASF lernten die Schülerinnen und Schüler auch die vielfältigen Berufsfelder innerhalb des Unternehmens kennen, konnten aber auch feststellen, vor welchen Herausforderungen der Konzern im Rahmen der Energiewende steht. Besonders deutlich wurde dies bei der Besichtigung des Steamcrackers, welcher mit seiner über 30 m hohen Fackel eines der Herzstücke des Verbundwerks darstellt. Als Highlight durfte die Besuchergruppe zum Abschluss die Leitwarte der Anlage besuchen, in der geschulte Mitarbeiter rund um die Uhr für einen sicheren und dauerhaften Betrieb der Anlage sorgen.
Ein kleines Grüppchen von Nicht-Naturwissenschaftlern erkundete, anstelle des BASF-Besuchs, die Streetart in Mannheim, v.a. die großflächigen, mehrere Stockwerke umfassenden Murals, die dank der gezielten Förderung durch die Stadt Mannheim in ihrer Qualität und Häufung in Deutschland einzigartig sind.
Den Nachmittag verbrachten alle Schüler und Schülerinnen gemeinsam im Planetarium Mannheim, wo uns die Show Faszination Mond die Entstehung und die Erforschung unseres Erdtrabanten eindrucksvoll näherbrachte.
Insgesamt bescherte uns die Fahrt, dank der hervorragenden Organisation durch Herrn Gebauer und Herrn Grießhammer, nachwirkende Eindrücke – und sicherlich ein besseres Verständnis für die Bedeutung der Naturwissenschaften in der Vergangenheit und der Zukunft des Industriestandortes Deutschland.
OStRin Alexandra Benker, StR Andreas Gebauer

