Stellen wir uns folgende Situation vor: Als angehende Abiturientin/als angehender Abiturient hat man bei einem renommierten Unternehmen seine Bewerbung eingereicht – und eine Einladung erhalten! Die Freude ist einerseits groß, andererseits liest man, dass es sich nicht nur um ein Gespräch, sondern um einen ganzen Bewerbungstag, der drei bis vier Stunden dauert, handelt…
Um hier keine Panik aufkommen zu lassen, hat die Leiterin des P-Seminars „Französisch an der Grundschule“ eine Fachfrau eingeladen: Am vergangenen Dienstag war Rebecca Hubertz von der Rehau AG zu Gast am WGG.
Nach den eineinhalb Stunden gemeinsamen Trainings wissen die Schülerinnen und Schüler nun schon wesentlich besser, was sie erwarten könnte und worauf sie achten sollen. So besteht ein Bewerbungstag – manche Firmen verwenden hierfür auch den Begriff assessment center – aus folgenden Bausteinen: aus einem Einzelgespräch, einem Einstellungstest, aus Rollenspielen und aus einer Teamaufgabe, bei der gemeinsam die Lösung zu einer Problemstellung gefunden werden soll.
Zwei der genannten Aspekte werden an diesem Nachmittag am WGG spielerisch ausprobiert: Neben der konventionellen Vorstellungsmethode – man steht auf und erzählt etwas über sich – geben viele Betriebe den jungen Kandidatinnen und Kandidaten auch zehn bis fünfzehn Minuten Zeit, um einen Steckbrief im DIN A 1-Format zu erstellen. Anschließend erfolgt dann die „materialgestützte“ Präsentation auf einem Flipchart. Die Oberstufenschüler der Q12 stellen hier ihre Kreativität unter Beweis: Es entstehen Mindmaps, ein Zahlenstrahl, witzige kleine Skizzen… Lob finden vor allem Entwürfe, die auf eine gut lesbare Schriftgröße geachtet haben, die strukturiert aufgebaut sind und bei denen der Name auf den ersten Blick erkennbar ist.
Für die Gruppenaufgabe, die in der Realität fünfzehn bis 45 Minuten dauern kann, bildet Frau Hubertz zwei kleine „Mannschaften“ von jeweils zehn Schülern. Das vorweg: Beide Teams könnnen die Herausforderung – ein Steckspiel, bei dem ein in sich geschlossenes Gebilde entstehen soll – nicht abschließend lösen. Aber darauf komme es auch gar nicht an, so die Fachfrau von der Rehau-AG. Vielmehr werde von Seiten der Firma darauf geachtet, dass man sich einbringe, den anderen ausreden lasse und andere Ideen nicht übergehe. Ein weiteres Bewertungskriterium: Geht der Bewerber freundlich und höflich mit der Konkurrenz um, macht er bis zum Ende engagiert mit?
Zum Schluss noch ein Tipp zum Kleidungsstil für ein assessment center: Kapuzenpullis und Hosen mit Löchern gelten als „no go“, gerne darf man sich etwas schicker kleiden, so zum Beispiel mit Bluse oder Hemd.
Dann also viel Erfolg, wenn demnächst eine Einladung zum Bewerbungstag im Briefkasten oder im Posteingang landen sollte!
Fotos: StDin Maria Alma, Text: OStRin Silke Sachs

