Das Kastl und die vier Ks

„Wir saßen zusammen im Latein-Grundkurs“, so erinnert sich OStDin Tabea-Stephanie Amtmann, als sie am vergangenen Dienstagnachmittag StD Markus Dumler am Walter-Gropius-Gymnasium begrüßte. Der Referent, der im Rahmen des bayernweiten Pilotprojekts „Digitale Schule der Zukunft“ eine Fortbildung für Fremdsprachenlehrkräfte am Walter-Gropius-Gymnasium leitete, ist Fachvorsitzender für Latein am Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz und „gelernter Schulmorderator“. Dass das Unterrichten in den vergangenen Jahrzehnten einen enormen Wandel erfahren hat, muss nicht extra betont werden.

Fit für das 21. Jahrhundert

Mit dem sogenannten WEGE-Konzept lassen sich die Veränderungen und neuen Ziele zusammenfassen:

  • Das Wechseln von analogen zu digitalen Methoden,
  • das Erweitern der Möglichkeiten durch die digitale Bandbreite, beispielsweise durch die Ergänzung eines QR-Codes auf einem Arbeitsblatt, der den Lernenden weitere Möglichkeiten bietet,
  • das Gestalten eines komplexen Lernumfeldes mit Hilfe der Plattform Mebis sowie
  • das Entwickeln neuer Ansätze durch digitale Medien.

Immer im Blick sollte man dabei auch die vier Ks haben, die als   d i e   Grundkompetenzen des 21. Jahrhunderts gelten: Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation.

Unterschiedliche Tools und ihre Ziele

Bei der anschließenden Vorstellung verschiedener Apps, die für den Fremdsprachenunterricht besonders geeignet sind, macht Dumler deutlich: „Ich muss als Lehrkraft immer überlegen, zu welchem Ziel ich welches Tool einsetze. Der Inhalt darf dabei nicht nebensächlich werden.“

Wichtige Vorteile des Unterrichtens mit digitalen Möglichkeiten sieht Dumler vor allem in der individuellen Förderung sowie in der methodischen Abwechslung. Im Einzelnen wurden folgende Ideen näher vorgestellt:

  • Digitale Arbeitsblätter, die als Lernpfad konzipiert sind und so zum selbstgesteuerten Lernen beitragen.
  • Die Nutzung digitaler Pinnwände zur Kollaboration, die von den Schülerinnen und Schülern synchron und asynchron verwendet werden können.
  • Das Erstellen von Lernprodukten, bei denen die Kreativität im Vordergrund steht, wie beispielsweise das Anlegen eines sogenannten „fake“-accounts.

Insbesondere bei der „gamification“, also der Einbettung spieltypischer Elemente in den schulischen Kontext, seien klare Regeln im Unterricht unabdingbar, so der Referent.

Vom Tabletcomputer spricht Dumler immer liebevoll als „Kastl“ und während der gesamten Fortbildung merkt man ihm seine Begeisterung für das Ausprobieren neuer Tools und Apps an. Aber er betont auch: „Digitale Werkzeuge sollte man nur da einsetzen, wo sie sinnvoll sind, ansonsten arbeitet man besser mit Stift und Papier.“

v.r.n.l.: Der Fachbetreuer für Englisch, StD Andreas Wagner, unser Referent StD Markus Dumler und StDin Christine Göllner, die Fachvorsitzende für Französisch/Latein

OStRin Silke Sachs