„I can’t breathe“ – der Satz hat sich ins Gedächtnis eingebrannt, seitdem er vor inzwischen knapp vier Jahren in allen Medien zu hören, zu sehen und zu lesen war. Im Mai 2020 flehte George Floyd in Minneapolis den Polizisten Derek Chauvin an, ihm Luft zum Atmen zu lassen, weil dieser sein Knie minutenlang im Nacken George Floyds hielt, um ihn im Rahmen eines Polizeieinsatzes zu fixieren. Floyd starb in Folge dieser Misshandlung am Abend desselben Tages, Chauvin wurde später zu mehr als 20 Jahren Haft verurteilt. Die Proteste gegen diesen Polizeieinsatz weiteten sich im Lauf der Zeit zur „Black Lives Matter“-Bewegung aus, ebenfalls ein Begriff, den inzwischen so gut wie jeder kennt.
Über die genaueren Hintergründe und Zusammenhänge berichtete Dr. Markus Hünemörder von der LMU München am 9. Februar den Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klassen des Walter-Gropius-Gymnasiums in seinem Vortrag, den er im Atrium der Schule hielt. Der ausgewiesene Spezialist für die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten ist mittlerweile ein Stammgast in Selb, einmal pro Schuljahr kommt er auf Einladung der Fachschaften Englisch und Sozialkunde/Geschichte/PuG nach Oberfranken, um über aktuelle Entwicklungen in den USA zu referieren. Die Geschehnisse rund um den Tod von George Floyd waren nur ein Beispiel für komplexen „race relations“, also die Beziehungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Land, die dieses Mal Thema seines Vortrags waren und die auf reges Interesse im Atrium stießen.
Wie immer hatten die Zuhörinnen und Zuhörer am Ende der Veranstaltung die Möglichkeit, Dr. Hünemörder Fragen zu stellen, die auch über das eigentliche Thema hinausgehen und andere Aspekte mit Bezug zu den USA berühren konnten. Das WGG bedankt sich herzlich bei Dr. Hünemörder, er wird sicher im kommenden Jahr wieder eingeladen, die Themen dürften ihm bei der Dynamik der Entwicklungen in den USA ganz sicher nicht ausgehen.
OStR Jens König

