Kultur-Exkursion der Q12 nach München

Die außergewöhnliche Chance, zwei kulturelle Highlights auf höchstem Niveau zu genießen, bekamen am Freitag, dem 12. Januar, Schülerinnen und Schüler der Q12: Eine auf freiwilliger Basis angebotene Exkursion führte am späten Vormittag, nachdem der Mathematikunterricht absolviert war, mit dem Bus nach München. Wider Erwarten blockierten weder Traktoren noch Lkw, sodass die Hinfahrt zügig lief.

Erstes Ziel war die Kunsthalle in der Theatinerstraße, die momentan eine Ausstellung beherbergt, die ihresgleichen sucht und von Experten als „once in a lifetime“-Ereignis tituliert wird: Der spanische Maler Ignacio Zuloaga wird dort in einer umfassenden (und für die Veranstalter angeblich außergewöhnlich kostspieligen) Werkschau namens „Mythos Spanien“ präsentiert. Noch nie seien seine Werke in diesem Umfang und in dieser Vollständigkeit ausgestellt worden! Was aber kann dieser frühere weltweit bekannte Superstar, der außerhalb Spaniens nach 1945 in Vergessenheit geraten ist, heute für unsere Schüler für eine Bedeutung haben? Die hervorragende, tief schürfende und dabei auf das Verständnis der Q12 angepasste Führung machte es deutlich: Zuloaga griff einerseits stilistische Einflüsse von Velázquez, Goya und El Greco, den ganz großen spanischen Malern, auf und schuf dabei aber seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil. Andererseits überhöhte er seine Motive – spanische Traditionen wie Flamenco oder Stierkampf ebenso wie Kritik an der katholischen Kirche – so, dass sie zeitlos, also mythisch wurden. Andererseits hatte er ein ganz besonderes Herz für gesellschaftliche Randfiguren, denen er auf seinen hochsensiblen Porträts Würde verlieh. All seine Kunst ist vor dem Untergang des spanischen Weltreichs und dem Verlust der letzten Kolonien 1898 sowie der beginnenden Franco-Diktatur 1936 zu sehen, in der er den Fake-News der faschistischen Machthaber aufsaß und deshalb teilweise von ihnen zu Propagandazwecken missbraucht wurde.

Nach diesem Intensivkurs quer durch die spanische Geschichte, Landeskunde und Malerei ging es abends mental nach New York: Das von Ohrwürmern nur so gespickte Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein wurde im Deutschen Theater in einer packenden Inszenierung gespielt. Hervorragende Stimmen, ein brillantes Orchester, tolle Kostüme und ein ideenreiches Bühnenbild sorgten für Unterhaltung auf hohem Niveau. Dass das Ganze komplett in amerikanischer Sprache – mit einigen spanischen Einsprengseln, wenn sich die Puertorricaner unterhielten – auf die Bühne kam, war für die meisten überraschend, wurde aber als hervorragende Zusatzübung im Hörverstehen des Englischen begrüßt.

Spätnachts ging es unter Begleitung von StD Wolf Böckel und StRin Caro Sell, die die erkrankten StRin Lisa Benker und OStR Florian Niedrig vertraten, sowie StDin Dr. Christine Wlasak-Feik wieder nach Hause – Kopf und Herz voll mit bunten Bildern und neuen Eindrücken.

StDin Dr. Christine Wlasak-Feik