„Leben mit Behinderung“: Über den Projekttag der achten Jahrgangsstufe

Das „Leben mit einer Behinderung“ stand im Fokus des diesjährigen Begabtenkurses. In kleinen Gruppen erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler in Form eigenständiger Projekte verschiedene Aspekte des weiten Themengebiets. Dabei thematisierten sie verschiedenste Probleme, welche einer vollständigen Inklusion von Menschen mit körperlichen oder kognitiven Behinderungen noch im Wege stehen.

Die Schülerinnen Mareike Hofmann (8b), Luise Rewitzer, Kalina Karavouzi (beide 8c) und Emily Dietrich (9b) dachten dabei das Projektthema noch weiter und entschlossen sich, im Laufe des Schuljahres einen Projekttag für alle Mitschülerinnen und Mitschüler der achten Jahrgangsstufe zu planen. Ziel war es dabei, über ein Leben mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen oder auch Sinnesbeeinträchtigungen zu informieren und den Mitschülerinnen und Mitschülern Eindrücke und Ideen zu vermitteln, wie bestehende Einschränkungen überwunden werden können.

Zunächst vermittelte die Sozialpädagogin Anne Loncsek von der Lebenshilfe Hochfranken gemeinsam mit Dominik Rödel, einem Mitarbeiter der Hochfränkischen Werkstätten in Hof, sehr lebendig und gefühlvoll Eindrücke des Arbeits- und Lebensalltags in den Hochfränkischen Werkstätten und gab einen Überblick über die verschiedenen Arten von Beeinträchtigungen, welche im Alltag als „Behinderung“ zusammengefasst werden. An drei Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler anschließend praktisch und spielerisch Eindrücke sammeln, die ein Leben mit körperlichen Beeinträchtigungen oder Beeinträchtigungen der Sinne mit sich bringt. Dafür war in der Pausenhalle ein Parcours aufgebaut worden, in dem verschiedene Hindernisse für Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung simuliert werden konnten. Mit Hilfe der vom Paul-Gerhardt-Haus bereitgestellten Rollstühle oder von Krücken stellten die Schülerinnen und Schüler schnell fest, dass bereits kleine Kanten, Stufen oder Unebenheiten im Fahrbahnbelag eines Gehwegs zu unüberwindbaren Hindernissen werden können. In der Turnhalle konnten die Schülerinnen und Schüler bei einem Völkerball-Spiel erfahren, wie viel schwieriger das Spiel wird, wenn man einzelne Gliedmaßen nicht mehr bewegen kann – aber dass das Spiel immer noch genauso viel Spaß macht!

In zwei Klassenräumen ging es anschließend um verschiedene Sinnesbeeinträchtigungen: Mit Hilfe von Simulationsbrillen konnten sowohl angeborene, als auch durch das Alter erworbene Einschränkungen der Sehkraft eindrücklich vermittelt werden – und die Schülerinnen und Schüler erlebten auch, wie schwierig es für Unerfahrene ist, die fehlende Sehkraft durch andere Sinne auszugleichen. Dass jedoch allein Gerüche aus einer Flasche mit Aromaöl ausreichen können, um einen Mitschüler mit verbundenen Augen durch das Schulhaus zu führen, beweist, dass man diese Einschränkungen überwinden kann – wenngleich Geräusche oder ein Blindenstock natürlich eine viel bessere Orientierungshilfe darstellen.

In einer abschließenden Station wurde den Schülerinnen und Schülern in einem Film gezeigt, wie mit Hilfe inklusiver Wettkämpfe Grenzen und alle Arten von Einschränkungen auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft überwunden werden können.

Abschließend ist den Kooperationspartnern von der Lebenshilfe Hof, aber auch und vor allem den engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Begabtenkurses zu danken, welche nach einem Jahr der Vorbereitung diesen abwechslungsreichen und eindrücklichen Projekttag für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler gestaltet haben!

StR Andreas Gebauer