Spannung machen wir Selber! — Exkursion ins Hochvolthaus

Groß, eckig und irgendwas mit Strom – mehr ist wohl den meisten Bewohnern der Porzellanstadt über das Hochvolthaus nicht bekannt. Was sich jedoch hinter den grauen Mauern des stadtbekannten Gebäudes verbirgt, durfte der Physikkurs der Q11 unter Kursleitung von Herrn Meyer am Montag, dem 25. Juli, exklusiv erleben.

Andreas Meyer, Mitarbeiter der ansässigen Firma Pfisterer, erwartete uns bereits, als wir nach kurzem Fußweg am Hochvolthaus eintrafen. Sogleich begann er mit der Führung durch die Lager- und Werkstätten der Anlage und erklärte uns die Geschichte des Hochvolthauses, die auf die Firma Rosenthal zurückgehe.

Seit der Erbauung im Jahr 1930 diene das Gebäude als Testlabor für elektrische Isolatoren im Hochspannungseinsatz – einer der damaligen Geschäftszweige des Selber Keramikherstellers. Vor einigen Jahren habe die Firma Pfisterer den Betrieb der Einrichtung übernommen und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Das Hochvolthaus gelte mit den Möglichkeiten zu Hochspannungsexperimenten als in Europa einzigartig und stehe zudem unter industriellem Denkmalschutz.

Nach der kurzen Einführung in die Thematik ging es nun in das Hauptgebäude der Anlage, dem über 20 Meter hohen Testlabor. Die gewaltigen Maschinen und Gerätschaften schufen mit ihrer technisch-futuristischen Gestalt eine geradezu surreale Atmosphäre, die das Herz eines jeden Physikers höher schlagen lässt.

Daraufhin bot sich uns auf der Vorführungstribüne beste Aussicht auf den Höhepunkt unseres Besuchs: Unter ohrenbetäubendem Lärm entluden sich vor unseren Augen 600.000 Volt in einem ebenso faszinierenden wie gefährlichen Blitz-Spektakel. Ein Phänomen, das so sonst nur bei einem Gewitter zu beobachten ist.

Die Mitarbeiter des Hochvolthauses dienten dabei mit fachkundigen Erläuterungen rund um die Versuche und die naturwissenschaftlichen Hintergründe, wozu wir auch auf gesammeltes Wissen aus dem Physikunterricht zurückgreifen konnten.

Nach ein paar abschließenden Worten zu den eindrucksvollen Erfahrungen machten wir uns auf den Rückweg zum Gymnasium, wobei ein Abstecher zum Eiscafé Cortina unvermeidbar schien.

Ein wahrlich gelungener Abschluss für einen fraglos spannungsreichen Ausflug!

Noah Siebenhaar, Q11