Das Leben als Ritter hatte sicherlich seine angenehmen Seiten: Herr über eine Burg und Untertanen, aufregende Raubzüge und Kämpfe … aber auch Herr sein über eine zugige, nicht eben luxuriöse Burg und Streitigkeiten mit aufsässigen Nachbarn gehörten zum Alltag.
Davon konnten sich die Lehrkräfte und Mitarbeiterinnen des WGG ein Bild machen, die Mitte Oktober am Kollegenausflug des Gymnasiums teilnahmen. Nach einem Jahr Pause führte der Weg Richtung Poppenreuth-Friedenfels zum Marktredwitzer Haus und von dort zur Burgruine Weißenstein. Bei Kaffee und Kuchen in der Gaststätte tankten alle noch einmal ordentlich Wärme, denn während der Wanderung und besonders auf den Aussichtsplattformen der Burg war es doch empfindlich kühl, wenn der Wind durch die Mauern pfiff und den Nebel über die Köpfe trieb.
Dass trotz des nicht ganz so guten Wetters und der leider fehlenden Aussicht alle Wandernden gerne fast zwei Stunden bei der Ruine verbrachten, lag an Norbert Reger vom Verein „Steinwaldia Pullenreuth“, der den Weißenstein mit vielen Details rund um die Burg wieder zum Leben erweckte. Er berichtete, dass er selbst schon als Schüler zur Ruine gewandert war, die sich damals unter einem Schuttberg versteckte. Im Lauf der Jahre fanden sich Ehrenamtliche zusammen, die zum einen die Burg freilegten und sie zu einem Anziehungspunkt für Wanderer und Ausflügler ausbauten und zum anderen die Geschichte des Weißensteins mit Hilfe von Experten rekonstruierten; die wechselhafte Geschichte der Familie Notthafft, ihrer Verbindungen in alle Himmelsrichtungen, ihres Aufstiegs und Niedergangs wurde in Herrn Regers Vortrag lebendig.
Noch ist die Erforschung der Ruine nicht abgeschlossen, auch die offenen Fragen erwähnte er und die Hoffnung, dass es auch in Zukunft Interessierte geben wird, die sich um die Anlage kümmern. Die Lehrerinnen und Lehrer sahen sich ausgiebig in der Anlage um, viele von ihnen beschlossen an diesem Nachmittag, bei besserem Wetter gleich noch einmal vorbeizuschauen.
Der Rückweg zum Marktredwitzer Haus bot dann genauso wie das anschließende Abendessen im Haus des Fichtelgebirgsvereins die Gelegenheit zu Gesprächen abseits des täglichen Unterrichtsgeschehens – ein Wandertag zur Abwechslung tut nicht nur den Schülerinnen und Schülern gut!
OStR Jens König

