Schüler auf Wiesenfest-Spuren

Mit der Geschichte des Selber Wiesenfests haben sich acht Schülerinnen und Schüler der Oberstufe am Walter-Gropius-Gymnasium Selb im projektorientierten Seminar beschäftigt. Was die Gymnasiasten am Anfang der Qualifikationsstufe (Q 11) nicht wissen konnten: Am Ende des Schuljahres sollte es wegen der Corona-Pandemie kein Wiesenfest geben.

Eine Absage, wie sie in diesem Jahr viele Selber emotional bewegte, ist historisch sehr selten, fanden die Schüler in Aufzeichnungen von Heimatforschern heraus. Mit dem Lockdown im Frühjahr musste auch die Schule schließen, ein Weiterarbeiten am Projekt war nicht gemeinsam möglich. Nun, in der Q 12, setzen sich die Schüler erneut mit dem Lieblingsfest der Selber auseinander. „Die Intention war, dass Schüler von der Geschichte des Wiesenfests erfahren“, erklärt Florian Niedrig, Musiklehrer und Wiesenfestbeauftragter am Selber Gymnasium. Seiner Erfahrung nach habe kaum ein Schüler in den vergangenen Jahren sagen können, wo das Selber Wiesenfest seinen Ursprung hatte, nämlich in einem Schul- und Obstgarten, den Diakon Hagen einst angelegt hatte. Zur ersten Ernte gab es einen Festzug und Unterhaltung. Daraus entstand nach und nach das Wiesenfest.

Niedrig ist bekennender Wiesenfest-Fan. Das Fest am zweiten Wochenende im Juli sei für ihn aber nicht nur ein Event zum Hingehen und Biertrinken. Er schätzt die Geschichte, die dahinter steckt und die Traditionen, die das Selber Wiesenfest unvergleichlich machen. Das Wissen um die Geschichte der Spiele, Tänze und Festumzüge soll bewahrt werden. Die Schüler der Oberstufe entwickeln im Seminar eine Ausstellung, die den Geist des Heimatfestes an nachfolgende Jahrgänge vermitteln kann. Auch die ehemaligen Schüler, die sich am Wiesenfestsamstag in Jahren ohne Virus im Atrium treffen, können die Ausstellung sehen. „Es ist einzigartig, solche Traditionen gibt es nirgendwo“, betont Niedrig. Die Schüler arbeiten in Gruppen, die sich um die Texte, Design und Marketing, Sponsoring und letztendlich die Ausstellung kümmern. 2021, wenn hoffentlich Wiesenfest gefeiert werden kann, soll die Ausstellung aufgebaut und eröffnet werden.

Für das P-Seminar arbeiten die Schüler mit externen Partnern zusammen. Vor Kurzem besuchte Sophia Bock, Absolventin der Fachschule für Produktdesign, das Seminar. Sie unterstützt die Gruppe in Sachen Design und Wiedererkennung. Bei einem Treffen gab Sophia Bock ihre Ratschläge zu Gestaltungselementen wie Farb-Code, Schriftart und Logo. Gemeinsam mit den Schülern wurde dann das Logo, ein Obstbaum mit der Jahreszahl 1807 und dem Schriftzug „P-Seminar WGG-Selb“, in farblicher Abstufung entwickelt. Produktdesignerin Sophia Bock gab den Tipp, bei der Stadt Selb nach dem Hex-Code der Stadtfarben Rot und Blau zu fragen. Jetzt, nach den Herbstferien sollen die Schüler des das P-Seminars in kleinen Gruppen weiterarbeiten.

Text und Foto: Silke Meier