Wenn das Atrium in blau-weiß-rote Farben gehüllt ist, verführerischer Crêpe-Duft durch das Schulhaus zieht und sich lange Schlangen vor dem Verkaufsstand bilden, dann wissen alle: Es ist wieder der Deutsch-Französische Tag! Viele fleißige Helferinnen und Helfer von der Unter- über die Mittel- bis zur Oberstufe hatten das Atrium mit ihren Französischlehrkräften dekoriert, die von Eltern gespendeten Kuchen, Macarons und Croissants angerichtet, verwalteten die Kasse und standen auch an den beiden Crêpières, den heißen runden Platten, um dort eigenhändig und mit viel Geschick frische Crêpes zu backen. Die Schlangen vor dem Crêpesstand waren lang, denn viele wollten gerne einen dieser besonders dünnen Pfannkuchen probieren. Die Lieblingsfüllung? Ganz klar: eine bekannte Haselnusscreme… An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die zuhause Teig gerührt oder Kuchen gebacken hatten! Auch beim Aufräumen brachten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler tatkräftig ein, sodass dieser deutsch-französische Tag eine wunderbare Gemeinschaftsaktion war.
Aber warum feiern wir ihn eigentlich alljährlich, wenn auch dieses Jahr aus schulorganisatorischen Gründen ein bisschen zeitversetzt erst am 6. Februar?
Der 22. Januar ist der Tag der deutsch-französischen Freundschaft in beiden Ländern, denn an jenem Tag im Jahre 1963 setzten die damaligen Staatschefs, Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle, ihre Unterschrift unter den so genannten Élysée-Vertrag. Dieser zog nach vielen Vorabverhandlungen und ersten kleineren gemeinsamen Vorhaben zwischen Deutschland und Frankreich einen endgültigen Schlussstrich unter die jahrhundertelange „Erbfeindschaft“. Sie hatte bis zum Ende des 2. Weltkrieges das Leben vieler Millionen Menschen gekostet und unfassbares Leid verursacht. Dieser Vertrag rief Institutionen wie das Deutsch-Französische Jugendwerk ins Leben, das seither unzählige Schüleraustauschbegegnungen, Auslandspraktika u. ä. gefördert hat. Zu Recht wird daran erinnert, denn dieser Vertrag war ein Meilenstein auch für den Frieden in Europa. Und heute? Völkerverbindende und friedenssichernde Maßnahmen sind wichtiger denn je!
Aus unseren französischen Nachbarn sind längst unsere Freunde geworden. Die wunderschöne französische Sprache spielt eine wichtige Rolle im deutschen Schulsystem; aktuell lernen am WGG so viele Schülerinnen und Schüler Französisch wie schon lange nicht mehr. Frankreich ist ein wunderschönes Land, die Kultur fasziniert, die Küche ist weltberühmt – nicht nur für ihre Crêpes, Macarons und Croissants. Insofern denken wir: Unsere feinen, duftenden Kostproben machen sicherlich bei vielen … Lust auf mehr! Und wenn man diese Leckereien auf Französisch direkt im Land bestellen kann, schmecken sie gleich nochmal so gut. Insofern: Französisch lernen lohnt sich!
Dr. Christine Wlasak-Feik

