Nach vier Jahren Pause kam über das Wochenende von Christi Himmelfahrt wieder ein ganzer Bus voll Franzosen aus der französischen Kleinstadt Beaucouzé, um Selb im Rahmen der Städtepartnerschaft einen Besuch abzustatten. Während dieser Tage wohnten die Franzosen in deutschen Gastfamilien. Wie immer waren in diese freundschaftliche Begegnung einzelne Lehrkräfte und vor allem auch sehr viele Schülerinnen und Schüler des Walter-Gropius-Gymnasiums eingebunden.

Einige von ihnen nahmen zum ersten Mal teil, darunter sogar zwei Fünftklässler, die mit ihrem Gast zum Beispiel Schere, Stein, Papier oder Verstecken spielten und damit die Sprachbarriere im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch überbrückten.

Andere trafen ihre Bekannten wieder, die sie 2019 kennengelernt hatten. Damals konnten im Rahmen des Schüleraustausches zwar die Schülerinnen und Schüler des Collège François Rabelais noch nach Selb kommen. Der für März 2020 geplante Gegenbesuch in Frankreich musste jedoch – zur großen Enttäuschung der etwa 70 beteiligten Schülerinnen und Schüler auf deutscher und französischer Seite – wegen der beginnenden Pandemie leider kurzfristig abgesagt werden. Einige der damaligen Teilnehmer trafen sich jetzt wieder; das war nach der langen Zeit ein großes Hallo.

Wieder andere unserer Schülerinnen und Schüler hatten im letzten Jahr, 2022, bereits an der Himmelfahrtsfahrt der Stadt Selb nach Frankreich teilgenommen. Sie kannten somit bereits viele Jugendliche oder Erwachsene, die an dieser seither wieder alljährlich stattfindenden Begegnung teilgenommen haben.

Und einige unserer Schülerinnen und Schüler stammen aus Familien, die schon in der dritten Generation diese deutsch-französische Freundschaft pflegen. Ihre Großeltern haben die Städtepartnerschaft zwischen Selb und Beaucouzé mitgegründet, sodass ihre Enkel es von Kind an gewöhnt sind, nach Frankreich zu fahren oder Besuch von dort zu empfangen.
Das Besondere in diesem Jahr war es, dass quer durch alle Jahrgangsstufen Schülerinnen und Schüler und auch Ehemalige an der Städtepartnerschaftsbegegnung beteiligt waren – sei es als Gastgeberinnen und Gastgeber von der 5. Klasse bis zur Q11, oder am Abschiedsabend, wo ein Abiturient des Vorjahres und ein aktueller Abiturient als DJs für Partylaune sorgten und auch ein paar weitere Abiturienten einfach mal zum Hallosagen vorbeischauten, auch wenn sie während der zu der Zeit laufenden Kolloquiumsprüfungen nicht an der gesamten Begegnung teilnehmen konnten.
Dieser Austausch zwischen den beiden Partnerstädten Selb und Beaucouzé ist jedesmal sehr kurz, aber intensiv und unglaublich herzlich. Er beginnt am Vatertag, dem Tag von Christi Himmelfahrt, mittags mit der Ankunft des Busses, der eine Nachtfahrt hinter sich hat. Am Freitag findet immer ein ganztägiger Ausflug statt, der diesmal ins tschechische Karlsbad führte und an dem die meisten unserer Schülerinnen und Schüler ebenfalls teilnahmen, um möglichst viel Zeit mit ihren französischen Gästen verbringen zu können. Am Samstag endet die Begegnung stets mit einem fröhlichen Abschiedsfest, zu dem alle Gäste und Gastgebenden sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft eingeladen sind.

Dieser Abend beginnt mit Reden der offiziellen Vertreter beider Seiten, d. h. die Oberbürgermeister beider Städte und die Vorsitzenden beider Partnerschaftsvereine sprechen ihre Grußworte. Die Reden werden jeweils in beiden Sprachen vorgetragen, wodurch unsere Schülerinnen und Schüler ein bisschen Hörverstehen im Französischen üben können. Um Mitternacht fährt der Bus erneut in einer Nachtfahrt wieder nach Hause, sodass es letztendlich drei Tage und zwei Nächte sind, die die Gäste im anderen Land bei ihren Gastfamilien verbringen.
StDin Dr. Christine Wlasak-Feik
